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Während der Schwangerschaft bereiten sich viele Eltern auf die Geburt vor. Es scheint das Schwierigste zu sein, was bevorsteht.  Ein Ereignis, um das wir uns viele Gedanken und vielleicht auch Sorgen machen. Das, was danach kommt, liegt im Dunkeln und kann doch im Vergleich zur Geburt nur ein Klacks sein, oder? Wenn man die Geburt überstanden hat, kann einen kaum noch etwas erschüttern. So die Erwartungshaltung.

Das Wochenbett

Ohne Zweifel ist die Geburt ein einschneidendes Live-Event, welches eine echte Herausforderung darstellt. Nicht nur für die Mutter, sondern auch den Vater und natürlich auch das Kind selbst. Frau und Kind gelangen an körperliche Grenzen und alle Beteiligten wachsen dabei über sich hinaus.

Doch die Geburt ist ein zeitlich begrenztes Geschehen, an das sich direkt das Wochenbett und die Elternschaft anschließen. Das Wochenbett beginnt mit dem Zeitpunkt, an dem  das Kind geboren ist und dauert acht Wochen. Die Elternschaft zieht sich durch ein ganzes Leben.

Das Wochenbett ist die Zeit des Ankommens und des Kennenlernens. Nicht nur auf das Kind bezogen, sondern auch auf uns Eltern. Wir wachsen in unsere neue Rolle, lernen unser Kind kennen, erholen uns von der Schwangerschaft und Geburt und bereiten uns auf das intensive Leben mit einem Baby und Kleinkind UND Alltag vor. Es ist eine Zeit, in der die Uhren langsamer ticken dürfen und der Alltag in den Hintergrund rücken darf. Es ist die Zeit der ersten Male, ganz viel Babyzauber, manchmal Unsicherheiten und Wachstum.

Die Wunder  des Wochenbetts

In den Medien und damit auch in vielen Köpfen sind die ersten Wochen nach der Geburt eine rosa-rote Zeit, in der alles ganz kuschelig weich und harmonisch ist. Wir stellen uns vor, ganz viel mit unserem Baby zu kuscheln, zwischendurch mit dem Kinderwagen zum Café zu schlendern und eine wundervolle Zeit zu haben. Ganz sicher ist, dass diese Zeit voll Wunder ist. Wunder des Lebens. Doch diese Wunder sind nicht unbedingt rosa-rot und kuschelig, sondern unter Umständen mehr wie ein Naturwunder. Überraschend, kräftig und bewegend. Das Stillen muss oft gelernt und geübt werden – manchmal mit Startschwierigkeiten, die an den Kräften zehren. Der Körper der Mutter muss heilen, zu Kräften kommen und sich auf die neuen Aufgaben einstellen. Das Neugeborene darf sich an die Welt außerhalb der Gebärmutter anpassen, was oft mit einer großen Anstrengung einher geht. All das ist Wunder-voll. Aber eben nicht immer schön und harmonisch.

Unter all den Wundern ist jeder Tag voller Aufgaben und des Elternseins in der ersten Zeit ein 24- Stunden-Job. Was man sich vorher als entspannte Zeit vorgestellt hat, entpuppt sich als anstrengende Lebensphase. Es  den Balanceakt zwischen Langeweile und extremer Anforderung.

Dinge, die den Verlauf des Wochenbetts beeinflussen

Wie die Wochen nach der Geburt verlaufen, hängt von verschiedenen beeinflussbaren und unbeeinflussbaren Faktoren ab. Die beeinflussbaren Faktoren sind beispielsweise, wie gut und realistisch wir uns auf diese Zeit vorbereiten und die äußeren Umstände planen und organisieren. Die Kapazitäten für die Erfüllung von üblichen Alltags- und Haushaltsaufgaben sind ganz natürlich beschränkt durch die neuen Aufgaben und die geringere Belastbarkeit. Es ist also maßgeblich, wie wir uns Unterstützung im Vorfeld organisieren und einplanen. Auch ist entscheidend, wie lange der Vater bzw. der Partner/die Partnerin sich von der Arbeit freimachen kann und wie gut die Unterstützung und Begleitung weiterer (Fach-) Personen, zum Beispiel der Hebamme, ist.

Je besser diese Faktoren vor der Geburt bedacht und berücksichtigt wurden, desto leichter oder besser wird es gelingen, mit den unplanbaren Umständen umzugehen. So hat es natürlich eine Auswirkung, wie Mutter und Kind die Geburt erlebt haben und wie sie verlaufen ist. Besonderheiten wie Krankheit, Verletzungen oder andere körperlichen Schwierigkeiten haben wie immer im Leben eine große Wirkung auf das Erleben. Aber auch das Temperament und der Charakter des Kindes beeinflussen die ersten Wochen sehr. Ebenso relevant ist es, wie gut wir Eltern in unsere neue Rolle wachsen und uns in den neuen Alltag finden.

Es liegt nicht nur in unserer Hand

Ob ein Wochenbett sich tatsächlich als überwiegend gute Zeit mit vielen schönen Momenten oder als herausfordernde Zeit, die einen sehr an die eigenen Grenzen bringt und viele Tränen und Sorgen beinhaltet, entwickelt, liegt nicht in unserer Hand. Trotz einer guten Vorbereitung, guter Unterstützung  und einer angemessenen Erwartungshaltung kann es sich in verschiedene Richtungen entwickeln. Es gibt hier keine Norm und nicht selten weicht die Realität von der Idealvorstellung ab.

Du bist nicht allein

Oft erlebe ich Frauen, die sehr damit hadern, dass das Wochenbett nicht so verläuft, „wie es sein sollte – glücklich, kuschelnd, verliebt“, sondern viel mehr geprägt ist von Müdigkeit, Schmerzen, Sorgen und Ängsten. Doch natürlich ist auch dieses Wochenbett wertvoll und wichtig und ganz genau so, wie es sein soll – ebenso wie jedes andere Wochenbett. Natürlich wünsche ich jeder Frau genug Schlaf, Heilung und einen guten und gesunden Umgang mit den mütterlichen Sorgen und Ängsten. Aber ein ein eher schwieriges Wochenbett ist nicht weniger richtig als jedes andere. Und: es ist keine Ausnahme. Ich selbst habe zwei besondere und schwere Wochenbetten erlebt – obwohl wir gut vorbereitet waren und sehr gute Unterstützung hatten.

Wenn du auch ein solches oder ein ganz anderes Wochenbett erlebst oder erlebt hast: du bist nicht allein.

Was uns immer hilft, insbesondere wenn wir eine schwierige Zeit haben: Unterstützung mobilisieren, Hilfe annehmen, uns mit anderen austauschen und freundlich mit uns selbst sein.

Lasst uns ein realistisches und wunder-volles Bild von Wochenbett kreieren. Mit all seinen Facetten, die nicht immer glücklich und schön sind, aber doch wertvoll. Lasst uns eine Sammlung von Wochenbettgeschichten anlegen und anderen Frauen zur Verfügung stellen. Damit stärken wir uns gegenseitig, schätzen unsere eigene Geschichte wert und malen ein neues Bild von Normalität nach der Geburt. Falls du deine Wochenbettgeschichte mit mir und uns teilen möchtest, schreib mir gerne eine Mail an Hebammezauberschoen@gmx.de

Ich werde bald meine Projektreihe #wunderwochenbett starten und freue mich darauf, eure Geschichten hier teilen zu können.

 

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