Unser Alltag und unser Empfinden im Laufe eines Tages werden stark von der Jahreszeit geprägt. Nicht nur Kälte und Wärme beeinflussen unser Erleben, auch die Länge des Tages und die Natur und die Möglichkeit mit ihr in Kontakt zu kommen verändern sich in den 12 Monaten unseres Jahres. Das spüren schon die kleinsten Kinder: alleine dadurch, ob es möglich ist barfuß im Garten herum zu laufen oder nicht. Ob am Abend am Essenstische eine Kerze brennt oder ob der Fußweg voll Laub liegt. Das ist großartig und sehr wichtig, wenn sie all dies spüren und erleben. Für all dies braucht es keine Worte und große Erklärungen. Die eigenen Sinneseindrücke und Wahrnehmungen sind für unsere kleinen Kinder viel greifbarer und gehen viel tiefer als unsere verbalen Versuche etwas zu erklären, was gar nicht leicht in Worte zu fassen ist.

 

Jahreszeiten zelebrieren

Zusätzlich zu dem, was wir in den unterschiedlichen Jahreszeiten ganz automatisch wahrnehmen, können wir für unsere Kinder kleine Rituale passend zur Jahreszeit einführen, Ausflüge machen und Feste feiern.

In dem Kindergarten in den unser Kind geht, wird dies sehr intensiv zelebriert. Darüber freue ich mich sehr, denn ich lerne viel und bekomme viele Inspirationen, die ich in unsere Familie mitnehmen kann.
Hier werde ich euch zukünftig mit ein paar Bildern und wenigen Worten mit durch das Jahr nehmen.

Heute machen die ersten Herbstjahreszeitenfeste den Anfang:

 

Erntedankwoche Ende September

 

“Kommt ein kleiner Mann daher, kommt zum Pflaumenbäumchen.

Schaut hinauf und freut sich sehr, sieht die vielen Pfläumchen.

Und er schüttelt schwapp, schwapp, schwapp, fallen alle Pfläumchen ab.

Männlein ließt sie in den Sack und trägt nach Haus ihn Huckepack. “

Die Erntedankwoche begann damit, dass jedes Kind ein kleines Körbchen gefüllt mit Obst und Gemüse gefüllt und nach Geschmack geschmückt, in den Kindergarten mitbrachte.

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Ich durfte beobachten wie sich einige Kinder über die Körbchen bückten und sich unterhielten:
„Guck mal, dieses Körbchen da mit den Karotten- die sind ja noch ganz erdig!“
„Ja klar, die sind doch auch aus Susis Garten!“
„Und das Körbchen da mit dem großen Kürbis, von wem ist denn das?“
„Das ist meins!“
„Wow! Meins ist das da: mit Zucchini! Dabei mag ich die doch gar nicht!“
Und irgendwie berührte es mich zu sehen, wie sich die Kinder so selbstverständlich und voller Stolz über Gemüse(!) unterhielten….

 

 

Kartoffelernte

 

“Der Kartoffelkönig

Heut gehen´wir Kartoffeln graben,

starke Hände muss man haben.

In die Erde tief hinein,

stecke ich die Hände rein.

Dort sehe ich was gelbes blitzen,

grabe mit den Fingerspitzen.

Riesengroß ist sowas möglich,

vielleicht ist´s der Kartoffelkönig.

Groß und rund und dick und schwer,

ja, ich mag den König sehr.

Leg ihn in mein Körbchen jetzt,

geh nach Hause das wird ein Fest.”

 

Mitte der Woche ging es für alle Kinder mit ihren Erzieherinnen zu einem Bauernhof wo sie mit dem Bauern und seinem Trecker aufs Feld fuhren und bei der Kartoffelernte helfen durften.

Währenddessen kochten einige Eltern einen großen Topf Pellkartoffeln und machten Kräuterquark. Als die Kinder wieder zurückkamen mit erdigen Händen und einem großen Sack Kartoffeln haben wir uns alle an den gedeckten Tisch gesetzt und gemeinsam das schlichte und wunderbare Essen genossen.

Am Ende der Woche wurde im Kindergarten eine herrliche Gemüsesuppe aus dem Gemüse der Erntekörbchen und den Kartoffeln gekocht und alle Eltern waren am Mittag eingeladen gemeinsam zu essen.

 

“Erde die uns dies gebracht,

Sonne die es reif gemacht.

Liebe Sonne, liebe Erde,

euer nie vergessen werde.”

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