Nachhaltiger Umgang mit Kinderkram im Advent scheint eine besondere Herausforderung zu sein. Es ist eine Zeit, in der der Konsum größer ist und Kinder mit mehr Süßigkeiten und Geschenken bedacht werden als zu anderen Zeiten im Jahr. Aus meiner Kindheit erinnere ich noch, dass es viel Schokolade gab: im Adventskalender, zu Nikolaus und bei all den Weihnachtfeiern. Zu Weihnachten selbst gab es dann kleinere und größere Geschenke und noch mehr Leckereien. Heute habe ich das Gefühl, dass über die Jahre die Größe der Gaben gewachsen ist und nun statt der Schokolade zu jeder Gelegenheit Geschenke gemacht werden. Ein Nikolausstiefel, der nur mit Nüssen, Äpfeln und einem Schokoladennikolaus gefüllt ist, scheint die Ausnahme sein. Heute stapeln sich um die Stiefel der Kinder die Geschenke, oft nicht nur der Eltern, sondern auch der Großeltern und Verwandten. Mit den Adventskalendern ist es ähnlich. „Nur“ mit Bildern oder Schokolade gefüllte Adventskalender scheinen die Seltenheit dar zu stellen: stattdessen sind es oft gefüllte Kalender mit kleinen und größeren Geschenken.

Doch worum geht es bei diesen alten Bräuchen, die sich in den letzten Jahren so stark gewandelt haben, eigentlich?

Der Adventskalender dient traditionell dazu, die Wartezeit bis Weihnachten zu verkürzen und vor allem die Vorfreude zu steigern. Je nach Art des Adventskalenders lässt sich visuell wahrnehmen, wie das Weihnachtsfest immer näher rückt. Bei dem klassischen Türchen-Kalender öffnen sich immer mehr Türen, bis an Weihnachten alle geöffnet sind. Bei Adventskalendern, die mit kleinen Päckchen oder Tütchen bestückt sind, verschwinden immer mehr, bis an Weihnachten kein einziges mehr übrig ist.
Das Wundervolle daran ist, dass das schon kleine Kinder begreifen können. Sie müssen es nicht rational verstehen, sie nehmen es auf ihre ganz eigene Art wahr. Dabei ist es für sie nicht relevant, ob hinter den Türchen Schokolade oder ein kleines Bildchen, in den Säckchen ein paar Nüsse und Rosinen, eine kleine Geschichte oder ein Geschenk stecken und zu entdecken sind. Viel wichtiger ist es, jeden Morgen etwas zu entdecken und zu sehen, was über die Tage und Wochen mit dem Adventskalender passiert.

Am 6. Dezember feiern viele Familien Nikolaus. Traditionell wird an diesem Tag dem Heiligen Nikolaus gedacht, der besonders barmherzig und großzügig war. Er beschenkte Arme und Bedürftige und daran wollen wir uns erinnern und tun es ihm gleich – wir machen anderen eine Freude durch eine kleine Gabe. Ursprünglich wurde dieser Tag mit einem Familienbeisammensein, oft mit Bratäpfeln und heißem Tee, gefeiert und die Familie stimmte sich gemeinsam auf Weihnachten ein. Inzwischen steht der Konsum an diesem Festtag im Vordergrund und aus den kleinen Gaben wurden, wie bereits erwähnt, große Geschenke.

Zauberhafte Adventszeit

Die Adventszeit ist mit all ihren Bräuchen, den Weihnachtsfeiern und den Weihnachtsmärkten und Theaterbesuchen, Märchen und Mythen so voller Zauber und Wunder. Kinder jedes Alters lassen sich von diesem Zauber vereinnahmen und erleben dieses Zeit ganz intensiv. Wie wundervoll und wertvoll, wenn wir in unseren Familien und in unserem Alltag diesen Zauber zelebrieren können. Wenn wir die Bräuche feiern, um die Vorfreude auf das Fest der Feste immer weiter steigern zu können und dann ein berauschendes Weihnachtsfest zu feiern. Berauschend im besten Sinne.
Es ist so wertvoll, die Möglichkeit zu haben, diese Zeit für und mit unseren Kindern zu gestalten. Denn ganz egal wie alt unsere Kinder sind, wir Eltern sind es, die den Fokus setzen. Es ist eine bewusste Entscheidung, die wir treffen können: Soll sie im Zeichen von Geschenken und damit Konsum stehen oder wollen wir eigene Traditionen und Erinnerungen schaffen, an die sich unsere Kinder immer zurückbesinnen werden? Wollen wir die Zeit und das Fest so gestalten, dass dieser Zauber und das Weihnachtswunder erhalten bleiben? Wollen wir, dass sich unsere Kinder an Adventssonntage im Schlafanzug mit einem Weihnachtsbuch und Kerzenlicht erinnern, diese Freude über die kleinen Dinge, wie der gefüllte Stiefel mit Äpfeln und Nüssen, die garantiert ganz anders schmecken, als wenn sie aus unserer Küche kommen? An die Spannung, jeden Morgen nach dem Aufwachen ein weiteres Türchen am Adventskalender zu öffnen?

Es liegt an uns. Wenn wir mit unseren Kindern über Weihnachten sprechen, sprechen wir dann über die Geschenke? Oder darüber, wie sehr wir uns freuen, das Fest mit all den schönen Liedern, dem guten Essen und der Familie zu feiern? Fragen wir unsere Kinder nur, welche Geschenke sie sich zu Weihnachten wünschen oder fragen wir sie auch, welche Lieder sie singen wollen, welche Plätzchen sie backen wollen und mit wem sie unterm Weihnachtsbaum Geschichten lesen möchten?

Für mich bedeutet #wenigerundwertvoll in der Adventszeit, die Aufmerksamkeit WENIGER auf die Geschenke und den Konsum zu lenken und mehr in WERTVOLLE Erlebnisse, Traditionen und gemeinsame Zeit zu investieren. Für mich bedeutet es, sich als Erwachsene auf den Weihnachtszauber der Kinder (wieder) einzulassen und die kleinen Dinge durch ihre Augen zu sehen.

#wenigerundwertvollimadvent_challenge auf Instagram

Um uns gegenseitig zu inspirieren habe ich mir eine kleine #wenigerundwertvollimadvent_challenge überlegt.

1.Advent: Adventslicht (und wer mag eine liebste Textzeile aus einem Weihnachtslied/Gedicht/Geschichte, die euch durch dieses Zeit begleiten darf) (#adventslicht)

2. Advent: unsere liebste Tradition im Advent (#adventstradition)

3.Advent: Adventsbegegnungen- welche Begegnung mit Menschen/Tieren/Dingen haben dein Herz berührt? (#adventsbegegnungen)

4. Advent: zauberschoener Weihnachtstag- was macht dich heute besonders glücklich? (#zauberschoenerweihnachtstag)

 

Ich freue mich auf deine Bilder und Gedanken!

 

 

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