Bei der täglichen Körperpflege deines Kindes geht es um so viel: unter anderem auch darum die gemeinsame Zeit zu genießen und die Beziehung auf zu bauen. In dem ersten Teil dieses Artikels habe ich schon etwas ausführlicher darüber geschrieben.

Damit eine ruhige, entspannte und schöne Pflegesituation entstehen kann, ist es wichtig, dass ihr euch beide wohl fühlt. Ihr solltet also keine Mühen sparen, die Pflegesituation euren Bedürfnissen nach zu gestalten. Ich habe hier ein paar Ideen zusammengestellt, die euch helfen können eine für euch passende Pflegesituation zu gestalten:

Der Ort selbst sollte so gestaltet sein, dass er sicher ist. Außerdem so, dass es für dich bequem ist, so dass du dich länger dort auf halten kannst ohne Rückenschmerzen zu bekommen und dein Kind genug Platz hat um sich angemessen zu bewegen.

Die Sicherheit steht an erster Stelle. Da ich schon die verrücktesten Wickeltischkostruktionen gesehen habe, ist es mir wichtig einmal zu erwähnen, wo die Gefahren bei einem Wickeltisch liegen können: die Wickelauflage darf nicht größer sein als die Unterkostruktion, das heißt, dass die Wickelauflage nicht überstehen darf. Die Unterkonstruktion sollte stabil stehen und nicht verrutschen können (dies geschieht zum Beispiel leicht bei Konstruktionen, die auf der Badewahne stehen) und der Wickeltisch sollte zumindest so hoch umrandet sein, dass ein liegendes Kind nicht herunterrollen kann, idealerweise sind die Seiten und Rückwand so hoch, dass auch ein größeres Baby nicht herunterfallen könnte wenn es sitzt oder sich später aufzieht.

 

Ein sicherer Ort ist natürlich der Boden. Viele Eltern wickeln deshalb sitzend auf dem Boden- was dem Kind sicher nicht schadet, doch oft ist dies für die Rücken der Eltern nicht optimal. Da die Wickel- und Pflegezeit über Monate geht und nicht nur die ersten Wochen betrifft, lohnt es sich heraus zu finden, was für einen die beste Möglichkeit ist zu wickeln. Bevor ich selbst einen Wickeltisch brauchte, stand ich an vielen anderen und habe während meiner Hausbesuche Babys auf den jeweiligen Wickeltischen untersucht und gepflegt und den Eltern über die Schulter geschaut und wusste, dass für mich die perfekte Wickelplatzhöhe auf Bauchnabelhöhe ist. Darum ist unser Wickeltisch relativ hoch, was mein Mann und ich auch nach 4 Jahren der Benutzung noch als super Höhe empfinden.
Damit dein Kind sich aktiv an der Pflege beteiligen kann, muss es genug Platz haben um auch noch als größeres Baby oder Kleinkind ausgestreckt liegen oder bequem sitzen zu können. Viele Kinder mögen nicht mehr still auf dem Rücken liegen wenn sie sich allein drehen können. Spätestens wenn sie stehen können ist es sehr schwer sie im liegen zu wickeln. Hilfreich ist es dann, wenn du dein Kind einfach aufstehen lassen kannst und es sich festhalten kann. Entweder sind die Seitenwände hoch genug (so wie bei unserem Wickeltisch) oder ihr baut eine Kostruktion aus Querstäben(Wickeltisch nach Pikler) als Begrenzung. Wenn ihr euch einen Wickeltisch vor der Geburt anschafft, denkt daran, dass er im Idealfall einige Jahre euer Begleiter sein wird und deswegen auch schon auf die Bedürfnisse eines größeren Kindes angepasst sein sollte.

Der Wickel und Pflegeplatz kann so hergerichtet werden, dass das Kind selbst tätig werden kann, ohne dass dadurch eine große Schweinerei entsteht.

Dein Kind wird je älter es wird, immer aktiver an der Pflege teilnehmen und Aufgaben selbst übernehmen. Das Gesicht mit dem Waschlappen waschen, die Zähne putzen, die Haare kämmen. All das kann ein Kind schon mit einigen Monaten. Und das sollte es auch dürfen. Genauso wie das Einölen des eigenen Körpers. Und natürlich geht dabei auch mal etwas daneben. Es ist also hilfreich die Umgebung so zu gestalten, dass die Spuren schnell wieder bereinigt werden können: eine waschbare oder abwischbare Wickelunterlage sind sehr sinnvoll, wenn das Kind mit Öl oder Creme hantiert kann ein altes Handtuch untergelegt werden, dem die Flecken nichts aus machen. Um die Selbstständigkeit noch weiter zu fördern, ist es eine gute Möglichkeit den Wickelplatz für das Kind selbstständig erreichbar zu machen. Etwa mit einer Leiter oder kleinen Treppenstufen.

 

 

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