Stillen ist für viele Frauen eine wunder-volle Erfahrung. Nicht immer ist es einfach oder immer schön. Aber ein Wunder ist es immer. Das eigene Kind zu nähren ist ein stärkendes Erlebnis und für das Kind ist die Muttermilch die beste Nahrung, die es gibt.

Und genau so soll es sein. Ein gutes Erlebnis für Mutter und Kind. Manchmal ist der Stillstart mit einigen Hürden verbunden, die dazugehören und überwunden werden können. Doch keine Frau sollte über längere Zeit Schmerzen oder Unwohlsein beim Stillen empfinden. Wenn dem so ist, muss eine Lösung gefunden werden.

Ein Problem, von dem viele Stillende berichten können, sind wunde oder schmerzende Brustwarzen. Insbesondere in der Anfangszeit des Stillens kann es sein, dass es einen „Ansaugeschmerz“ gibt, der  am Anfang einer Mahlzeit auftritt, wenn das Baby die ersten Züge nimmt. Doch dieser Schmerz sollte  während der Mahlzeit nachlassen und dann ganz verschwinden. Tut er dies nicht, muss nach einer Möglichkeit gesucht werden, Linderung zu schaffen.

Zum Glück ist es tatsächlich so, dass viele Brustwarzenprobleme durch wenig Aufwand mit der richtigen Anleitung verhindert werden können oder, falls sie schon aufgetreten sind, gut wieder in den Griff zu bekommen sind. Keine Frau sollte beim Stillen über längere Zeit Schmerzen haben.

Obwohl das Stillen eines Säuglings eine vollkommen natürliche Angelegenheit ist, müssen sowohl die Mütter als auch die Babys das Stillen „üben“. Kinder werden mit allen Fähigkeiten, die zum Stillen notwendig sind, geboren. Dies sind vor allem Reflexe wie das Saugen oder auch das Suchen der Brustwarze. Du als Mutter machst dir das Still-Leben deutlich einfacher, wenn du einige Kniffs und Tricks kennst, die dir helfen, ohne Schmerzen dein Kind zu stillen. Bitte wende dich bei Fragen immer an deine Hebamme. Die Kosten dafür werden während der gesamten Stillzeit von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Worauf du beim Anlegen deines Kindes achten solltest:

  1. Ganz egal in welcher Position du stillst, sollte dein Kind mit seinem Körper zu dir gewandt liegen. Stillst du im Liegen auf der Seite, liegt dein Kind neben dir auf der Matratze, ebenso wie du auf der Seite (dir zugewandt) und nicht auf dem Rücken. Wenn du dein Kind im Wiegegriff anlegst, achte darauf, dass der Bauch deines Kindes dir zugewandt ist. Dies ist wichtig, da es sicherstellt, dass der Kopf deines Kindes nicht verdreht ist. Mit verdrehtem Kopf trinkt es sich nämlich sehr schlecht und deine Brustwarze wird unnormal beansprucht.
  2. Achte darauf, dass der Kopf deines Kindes weder gebeugt noch gestreckt ist sondern einfach in einer entspannten Haltung.
  3. Wenn dein Kind in einer guten Position liegt (siehe Punkt 1 und 2), warte darauf, dass es den Mund maximal öffnet, und führe den Kopf erst dann an die Brust heran. Nur wenn du darauf achtest, ist gewährleistet, dass dein Kind die Möglichkeit hat, möglichst viel von der Brustwarze in den Mund zu nehmen. Es ist extrem wichtig, dass es dies tut. Es reicht nicht, nur den Nippel in den Mund zu nehmen, es muss auch der Warzenvorhof in den Mund gelangen. Manchmal spricht man in diesem Zusammenhang von dem „Löwenmäulchen“, weil der Mund wirklich sehr weit geöffnet sein sollte.
  4. Wenn das Kind angedockt hat (also die Brustwarze in den Mund genommen hat und beginnt zu saugen), muss es mit dem Mund ein Vakkum aufbauen. Es darf also keine Luft in den Mund einfließen oder ausfließen. Wenn es dies Vakuum nicht aufbaut oder verliert, muss dein Kind neu angedockt werden.
  5. Die Lippen deines Kindes müssen nach außen gestülpt sein. Der Mund muss wie ein Kussmund geformt sein. Ist dies nicht der Fall, kannst du vorsichtig mit den Fingern die Lippen ausstülpen, indem du sanft die Haut unterhalb der Unterlippe Richtung Kinn bzw. die Haut oberhalb der Oberlippe nach oben Richtung Nase ziehst.
  6. Achte darauf, dass du in einer möglichst entspannten Haltung stillst. Insbesondere die Schultern solltest du entspannt fallen lassen können.

Du solltest bei jeder Stillmahlzeit diese Checkliste durchgehen und alle Punkte kontrollieren. Die meisten Brustwarzenprobleme wie schmerzende oder wunde, blutige Brustwarzen entstehen, weil einer oder mehrere Punkte nicht korrekt erfüllt wurden. Wenn du einige Stillerfahrungen gesammelt hast, wirst du diese Liste nicht mehr aktiv durchgehen müssen, es wird dann ganz von selbst passieren. In der Theorie klingt das für dich alles vielleicht etwas schwierig. Lass dir in den ersten Tagen gerne von einer Fachfrau beim Anlegen zusehen. Sie kann mit ihrem geschulten Blick gute Rückmeldung geben und dich beraten. So gewinnst du schnell Sicherheit und beugst wunden Brustwarzen vor.

Pflege der Brustwarzen und Prophylaxe

Als Grundlage für gesunde Brustwarzen gelten im Allgemeinen drei Dinge: Luft, Licht und Muttermilch. Die Brustwarzen brauchen gelegentlich Luft und Licht, um gesund zu bleiben oder zu werden. Lass gelegentlich den Still-BH und die Stilleinlagen weg und leg dich entweder ganz oben ohne, zum Beispiel im Bett, oder trag ein lockeres Shirt ohne BH. Außerdem empfiehlt es sich, prophylaktisch nach dem Stillen einen Tropfen Muttermilch auf der Brustwarze zu verstreichen und dort trocknen zu lassen, bevo du dich wieder anziehst.

Die Brustwarzen sollten in den ersten Tagen zweimal täglich mit warmem Wasser abgespült werden. Außerdem ist auf eine gute Handhygiene beim Stillen zu achten. Im Krankenhaus empfiehlt es sich, die Hände vor dem Stillen zu waschen oder zu desinfizieren.

 

Ursachensuche als erster Schritt zur Besserung

Sollte es trotz allem zu wunden Brustwaren kommen, muss als Grundlage der Therapie zunächst die Ursache gesucht werden, indem das Anlegen noch einmal genau durchgegangen wird und geschaut wird, an welchem der 6 Punkte es liegen könnte. Such dazu bitte Rat bei einer Hebamme oder Stillberaterin.

Als weitere Ursachen neben dem fehlerhaften Anlegen kommen weitere Gründe in Betracht. Diese sollten von einer Hebamme ausgeschlossen oder gegebenenfalls behandelt werden.

 

Behandlung von wunden oder schmerzenden Brustwarzen

Zur Behandlung von bereits wunden Brustwarzen sollten die Prophylaxemaßnahmen (siehe oben) intensiviert werden und die häufigsten Ursachen (siehe oben) ausgeschlossen beziehungsweise therapiert werden und vor allen Dingen sollte auf die Anlegetechnik und das Stillmanagement geschaut werden.

Um die Brustwarzen im Heilungsprozess zu unterstützen, gibt es verschiedene Maßnahmen. Es gibt Salben und Cremes, Heilwolle und Lasertherapien, die Frauen helfen. Am sinnvollsten ist es, wenn die Hebamme, die mit dir zusammen die Anlegetechnik anschaut und verbessert und die Ursache sucht und behebt, eine Empfehlung ausspricht.

An dieser Stelle möchte ich dir von einem Hilfsmittel erzählen, das mich persönlich überzeugt und das auch dir vielleicht helfen kann. Es sind Stilleinlagen aus Silber oder auch aus Zinn. Ich habe meine von meiner „Hebammenlehrerin“ zum Examen geschenkt bekommen. Seitdem habe ich bei vielen Wöchnerinnen gute Erfahrungen damit gemacht und als ich selbst im Wochenbett war, waren sie nicht wegzudenken (Ich hatte zweimal sehr schwere Stillstarts, in denen ich zusammen mit meiner Hebamme viele Mittel ausprobiert habe. Letztlich haben mir die Stillhütchen und eine osteopathische Behandlung meiner Kinder geholfen.)

Die Firma Silver Cap stellt Stilleinlagen aus 999Silber her. Diese werden im BH getragen, wie kleine Brustwarzenhütchen. Das antibakteriell wirkende Material schützt die Brustwarzen vor dem Wundwerden und hilft, wenn diese bereits gereizt oder wund sind. Zum einen wirkt sich das Silber positiv auf den Heilungsprozess aus, denn die Keime werden an der Vermehrung gehindert. Zum anderen schützen die Stilleinlagen die empfindliche Haut vor dem Scheuern der Kleidung oder üblicher Stilleinlagen an der Haut. Muttermilchtropfen werden aufgefangen, so sind die Brustwarzen ständig mit Muttermilch benetzt, was wiederum auch sehr heilsam ist.

Anders als andere Stilleinlagen fangen die Silver Caps die auslaufende Muttermilch in größeren Mengen nicht auf, ich empfehle darum, zusätzlich über die Silver Caps eine Wolle-Seide-Stilleinlage in den BH zu legen. So können die üblichen Stilleinlagen nicht an der Brustwarze festkleben, was bei wunden Brustwarzen häufig der Fall ist und den Heilungsprozess nachhaltig stört.

Der Hersteller von Silver Cap empfiehlt, diese ständig (außer beim Stillen) zu tragen, doch ich habe bereits gute Erfahrungen mit einer kombinierten Therapie aus Stilleinlagen und Heilwolle gemacht. So wird nach jeder Stillmahlzeit entweder Heilwolle oder eine Stilleinlage in den BH gelegt und nach der nächsten Stillmahlzeit das jeweils andere. Allerdings sollte beachtet werden, dass die Brustwarze nicht eingecremt werden sollte, wenn die Silver Cap-Stilleinlage benutzt wird. Gegebenenfalls kann die Creme vorsichtig mit warmem Wasser und einem sauberen Handtuch vor der Benutzung abgewischt werden. Manchen Frauen hilft alternativ oder auch zusätzlich eine Therapie mit Heilwolle, schwarzem Tee, Laser oder verschiedenen Cremes und Salben.

Ein kleiner Alltagstipp am Rande – fürs Wochenbett kann man sich ein kleines Körbchen herrichten, in dem all die Utensilien die man zum Stillen und die, die man fürs Baby braucht (Spucktücher, Salben, Stilleinlagen etc) aufbewahrt. Man erspart sich viel Sucherei und der Umzug vom Bett aufs Sofa und zurück geht auch ganz schnell und man hat immer alles schnell zur Hand…

Der Kampf um ein schmerzfreies Stillen lohnt sich

Zusammenfassend möchte ich noch einmal betonen, dass keine Mutter Schmerzen beim Stillen ertragen sollte. Jeder Frau steht die Unterstützung durch eine Hebamme zu. Fordere sie bitte ein. Bei wunden Brustwarzen kann kein Heilmittel, das die Symptome behandelt, das Problem allein lösen. Stattdessen muss der Fokus auf der Ursachensuche und Behandlung liegen. Das Stillmanagement sollte immer überprüft und das Anlegen geübt werden.

Es lohnt sich dem Kampf zu stellen und in ein Schmerzfreies Stillen zu investieren. Es ist das gesündeste für das Kind und auch du als Stillende wirst eine schmerzfreie Stillzeit genießen.

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Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Silver Cap entstanden- vielen Dank für die gute Zusammenarbeit!

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