Vielleicht kennt ihr das: das Kinderkleidungsdilemma. Bei uns ist es so: gibt es verschiedene Kinderkleidungsaufbewahrungsstellen. Im Keller steht eine Kommode. In dieser findet sich die Abteilung: „für das große Kind zu klein – für das kleine zu groß“, „für das große Kind zu groß“, „für das kleine Kind zu klein“, „für den Flohmarkt“  und „zu verschenken“. Im Kinderzimmer ein Schrank: aktuelle Kinderkleidung beider Kinder und eine Kiste mit den „zu reparieren – Sachen“. Für mich echt schwierig den Überblick und Ordnung zu halten. Und wirklich eine Menge Arbeit. Denn – Himmel wo ist nur die Zeit geblieben und warum nur wachsen diese Kinder so rasend schnell? Ich bin mir sicher, fast alle Eltern wissen, was ich meine…

Nun stell dir vor: alles was du für dein Kind an Kleidung brauchst, könntest du bestellen, benutzen und wenn es nicht mehr gebraucht wird, würdest du es zurück schicken- die Sachen werden gepflegt und an eine andere Familie geschickt, wo sie ebenso lange genutzt werden, wie sie gebraucht werden. Dadurch spart ihr nicht nur Geld (weil ihr die Sachen ja wirklich nur so lange nutzt wie ihr es braucht und bezahlt auch nur diese Zeit) sondern ihr schont auch noch kostbare Ressourcen, euer Keller oder Dachboden wird nicht immer voller durch abgelegte Kinderkleidung. Ihr müsst euch nicht um die Weitergabe oder den Verkauf der Dinge kümmern, das Kinderkleidungsdilemma wäre deutlich kleiner UND die Dinge bleiben im Kreislauf und wärmen, hüllen oder schützen weitere Kinder.

Ein Träumchen, oder? Astrid und das Team von Raeubersachen macht es möglich:

Stell dich und deine Arbeit doch bitte einmal vor:

Ich bin Astrid, 40 Jahre alt, Künstlerin und Mutter zweier Söhne (16 und 4 Jahre alt) und seit Mai 2015 Gründerin von Räubersachen.

Copyright Henry Sowinski

Räubersachen vermietet, pflegt und repariert ökologische Wollkleidung sowie Schuhe für Babies und Kinder. Je nach Bedürfnissen und finanziellen Möglichkeiten, wählen Familien die Kleidung zwischen verschiedenen Zuständen bei uns aus und zahlen eine monatliche Miete so lange sie benötigt wird. Unser Konzept zeigt einen nachhaltigen und sozialen Weg auf, wie wir jenseits des Besitzens, mit allem, was wir brauchen und wollen, bestens versorgt sein können.

 

Wie bist du dazu gekommen diese Idee ins Leben zu rufen?

Für mich fühlt es sich eher so an, als sei Räubersachen zu mir gekommen. Die Vorstellung hat mich selbst so berührt und ist mir als so sinnvoll erschienen, dass ich – ohne darüber nachzudenken oder mit jemandem darüber zu sprechen – einfach losgegangen bin. Das ist nun gut zwei Jahre her und noch immer erscheint es mir so, als würden sich die Steine wie von selbst hinlegen und den Weg entstehen lassen, der vor uns liegt. Dinge, die ich mir nicht vorzustellen vermochte geschehen einfach und machen auf einmal so Vieles möglich. Das Wichtige dabei ist, ihnen ihre eigene Zeit zu lassen und im Herzen die Freude am Tun zu bewahren.

 

Was ist dein Lieblingsprodukt?

Alle! und ganz besonders gefallen mir die Sachen, die schon die Welt gesehen und Kinder gewärmt haben. Sie erzählen vom Leben das in ihnen stattgefunden hat und nachdem wir sie gut gepflegt und manchmal auch repariert haben, gehen sie noch kostbarer als zuvor auf die Reise zur nächsten Familie.

Es gibt bei Räubersachen auch Dinge von kleinen Unternehmen (Ein-Frau-Betrieben) und die liegen mir besonders am Herzen, wie zum Beispiel die wunderschön bedruckten Sachen von lenalieb, die großartige BUX (eine plastikfreie Matschhose) oder auch die handgestrickten Barfußschuhe einer berliner Künstlerin.

 

Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich und warum ist es für dich wichtig?

Nachhaltigkeit bedeutet für mich grundsätzlich eine Achtung gegenüber allen Wesen und Dingen zu haben. Es bedeutet nichts zu verschwenden und gut zu prüfen was wirklich benötigt wird. Es ist das Gegenteil vom Konsumieren gegen die innere Leere oder aus Angst heraus nicht genug zu bekommen oder zu haben.

Nachhaltigkeit assoziiere ich auch mit Achtsamkeit, Kreativität und Hinwendung. Ich glaube daran, dass wirkliche Nachhaltigkeit das Leid in unserer Welt vermindert und einem Funkenflug gleicht.

Ein Ziel von Räubersachen ist es, der Welt nicht noch etwas hinzuzufügen. Alles ist da. Und für das was da ist, wollen wir die bestmöglichen Vorraussetzungen für das größtmögliche Wirken schaffen. Um den Wert von Rohstoffen anzuerkennen und von menschlicher Arbeit.

 

Was assozierst du mit dem #wenigundwertvoll?

Oh ganz viel! Da hast Du etwas ganz Wunderbares ins Leben gerufen liebe Jule! Gerade im Moment assoziiere ich #wenigerundwertvoll, neben all den Themen wie Produkte konsumiert werden, vor allem auch mit dem Leben ansich. Was macht wirklich froh und glücklich? Wieviel oder wenig brauche ich von allem, um ein für mich wertvolles Leben zu führen. Wieviel nehme ich mir für einen Tag vor zu schaffen und denke ich an Pausen? Sehr sehr oft ist die Lösung WENIGER und führt dadurch automatisch auch zu WERTVOLL. Meine Großmutter hat vor einigen Jahren von einem Weihnachtsfest in ihrer Kindheit erzählt. Sie hatte kein Geschenk erwartet, da es der Familie finanziell nicht gut ging. Und doch war für sie eine Puppe versteckt wurden unter einem Tuch und als sie erzählt hat, wie sie diese Puppe gefunden hat, kamen ihr die Tränen. Und mir auch. Nach so vielen Jahrzehnten – nach einem ganzen Leben das inzwischen stattgefunden hatte – war die Freude darüber immer noch riesengroß.

Darum geht es: um wirkliche Berührung, Hinwendung und Verbundenheit. Das gelingt besser mit Weniger, sei es aus der Not heraus, oder als bewusste Entscheidung. Heraus zu kommen aus der Überforderung , anzuhalten, still zu werden und wahrzunehmen, was eigentlich alles schon da ist.

 

Räubersachen ist ein Gemeinschaftsprojekt. Ohne all die Unterstützung hätte es niemals eine Chance gehabt. Von Beginn an standen mir Menschen zur Seite, die mehr eingebracht haben, als ich hier jemals aufzählen kann.

Das Team von Raeubersachen feiert den 2. Geburtstag.

Ich danke meinem Liebsten, der mir hingebungsvoll in so vielen Bereichen geholfen hat und inzwischen Teil von Räubersachen ist. Ich danke unseren Stopffrauen Andrea, Aleksandra, Ka, Anne und Julia, die ihre Liebe und Kreativität in wunderschöne Reparaturen fließen lassen. Ich danke meinen und Magnus Eltern, sowie meiner Schwester, für ihr uneingeschränktes Ja zu Räubersachen und für ihr Vertrauen (einfach mal so) Geld dafür locker gemacht zu machen. Ich danke Felix, Lisa, Melle und Magnus für alles und am meisten dafür zu mir ins Boot gestiegen zu sein und dort zu bleiben. Diese Fahrt ist ein Abenteuer und zusammen ist es so viel schöner. Ich danke ALLEN die Räubersachen – in welcher Weise auch immer – unterstützt haben, unterstützen und unterstützen werden. Es ist sehr berührend zu erleben wie viel Kraft eine Idee freisetzen kann und wie getragen Räubersachen von alledem ist.

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GESCHENK für euch. Alle.

Astrid hat eine unglaublich tolle Anleitung zum Reparieren einer Laufmasche geschrieben und sie möchte sie euch allen zur Verfügung stellen. Denn das Reparieren von wertvollen Dingen macht nicht nur Sinn sondern auch richtig viel Freude. Liebe Astrid, diese Anleitung ist ein riesen Geschenk an das Projekt #wenigerundwertvoll und ich hoffe, dass es Freude in möglichst viele Familien bringt. Die Anleitung könnt ihr euch hier herunterladen.

Anleitung Laufmaschen reparieren

 

 

 

 

GEWINNSPIEL

Astrid möchte an eine/einen von euch einen Platz in dem nächsten Stopfkurs verlosen. Sie schreibt dazu: „Die Weitergabe der Techniken liegt uns sehr am Herzen und es macht total Sinn den Menschen die Freude und Schönheit am Reparieren wieder näher zu bringen. Er findet am 14. Oktober von 10 Uhr bis 18 Uhr bei Räubersachen in Halle statt. Andrea, Aleksandra und Julia werden an diesem Tag unsere Reparaturtechniken zeigen. Hier ist ein Einblick von einem Stopfkurs bei uns.“

Ich würde selbst total gern teilnehmen, weil ich glaube, dass es ein Geschenk ist, handwerkliche Dinge von Menschen mit Herz beigebracht zu bekommen. Das Können ist ein Gut, das uns niemand nehmen kann!

Wenn du auch mitmachen möchtest, schreibe uns doch gerne bis zum 10. August 22.00Uhr einen Kommentar.

Wer gewonnen hat, geben wir hier im Kommentarbereich am 11. August bekannt, der Gewinner/in hat dann 7 Tage Zeit sich zu melden, andernfalls verfällt der Gewinn und das Los entscheidet neu. Die Teilnehmer müssen volljährig sein, eine Barauszahlung ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Wer hier kommentiert hat, kann auf den Instagram Profilen von Jule und Raeubersachen jeweils noch ein Mal zusätzlich in den Lostopf hüpfen. (Falls du diese Chance nutzen möchtest, schreibe in deinen Kommentar hier auf dem Blog bitte deinen IG Namen! Danke!)

So und nun: husch, husch: bitte bestellt euch doch eure erste Raeuberpost. Ihr werdet begeistert sein! Und wenn nicht… dann schickt ihr sie zurück. Lasst uns Astrid und ihr Team spüren, dass all ihre Arbeit wertvoll und w i c h t i g ist!

 

 

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