In Finnland wird jeder werdenden Mutter eine Babybox zur Verfügung gestellt. Diese ist gefüllt mit Dingen, die ein Baby beziehungsweise Familien mit Babys brauchen. Kleidung findet sich in dieser Kiste ebenso wie Spielzeug, Windeln und Pflegeprodukte. Die Box selbst kann als Bettchen für das Baby genutzt werden, die passende Matratze wird gleich mit geliefert und – die Box ist kostenlos. Für jede Mutter. Als Bedingug gilt, dass die Schwangere in den ersten vier Monaten eine Vorsorgeuntersuchung wahrnimmt. Eine tolle Sache, wie ich finde.

Und auch Susanne Mierau fndet es großartig und hat sich von dieser Idee inspirieren lassen und ihre Erstlingsbox ins Leben gerufen. Und das ist wahrlich ein #wenigerundwertvoll Projekt. Denn in ihrer Box finden sich durch und durch nachhaltige Dinge zu finden. Nicht nur die Materialien sind wertvoll sondern sie sind alle sehr langlebig und bereiten sicher ganz viele Glücksgefühle. Aber bitte lest selbst, was Susanne wundervolles schreibt:

 

Stell dich und deine Arbeit doch bitte einmal vor:

Kinder und Eltern waren für mich schon immer wichtige Themen. Schon während der Schulzeit habe ich mein Schulpraktikum im Kindergarten gemacht, später während des Konfirmationsunterrichts habe ich lange Zeit den Kindergottesdienst in unserer Kirche mit gestaltet. Nach der Schule habe ich ein wenig gebraucht, um den richtigen Weg zu finden und habe dann begonnen, Pädagogik zu studieren und habe schon während des Studiums Weiterbildungen besucht zur Arbeit mit Eltern. Nachdem ich mein Diplom in der Tasche hatte, habe ich zunächst an der Uni als wissenschaftliche Mitarbeiterin gearbeitet und u.a. zum Thema Elternberatung unterrichtet und als Projektmanagerin ein Projekt zu Familienzentren begleitet. Als ich schwanger wurde, verließ ich die Uni und machte mich nach der Elternzeit selbständig mit einer eigenen Praxis. Ich machte eine Ausbildung zur Heilpraktikerin und konnte Familien ganzheitlich beraten und begleiten. Kurz vor der Geburt meines zweiten Kindes startete ich mein Blog geborgen-wachsen.de, auf dem ich die Idee der Elternbegleitung weiter tragen wollte. Mit der Zeit wurde dies mehr und mehr zu meiner Hauptaufgabe. 2016 erschien das Buch zum Blog „Geborgen wachsen: Wie Kinder glücklich groß werden“ parallel zur Geburt meines dritten Kindes. Und nun, etwa ein Jahr später, erscheint der Folgeband „Geborgene Kindheit“.

In meine Arbeit fließen sowohl mein Wissen aus der Pädagogik und Naturheilkunde als auch meine Erfahrungen als Mutter ein. Es ist mir wichtig, Eltern allgemein zu unterstützen und besonders in Hinblick auf den Aufbau einer sicheren Bindung zu ihren Kindern. Diese ist die wichtige Grundlage für das ganze Leben. Viel wichtiger als viele andere Dinge, die uns heute eingeredet werden, dass wir als Eltern sie brauchen würden. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass viele Dinge sogar Bindung, Vertrauen und Aufbau eines guten Bauchgefühls ver- oder behindern. Dem möchte ich mit meiner Arbeit entgegenwirken.

 

Wie bist Du dazu gekommen, die Idee der Erstlingsbox und des Shops für nachhaltige Kindersachen ins Leben zu rufen?

Von Kind zu Kind habe ich gesehen, dass wir weniger Dinge brauchten und wusste dafür genau, welche Dinge wirklich sinnvoll und hilfreich sind. Viele dieser Tipps habe ich auch immer wieder auf meinem Blog gegeben. Dann kam mir die Idee, das mit der Idee der finnischen Babybox zu verbinden und eine Box zu erstellen, die als Schlafplatz bzw. Ruheplatz für das Baby tagsüber in verschiedenen Räumen genutzt werden kann. Ich bin kein großer Freund von Babywippen wegen der möglichen negativen Einflüsse auf die Bewegungsentwicklung. Dennoch brauchte auch ich für mein Baby einen sicheren Ort, an dem ich es ab und zu ablegen konnte, beispielsweise beim Duschen neben mir im Bad oder beim Kochen in der Küche, wenn es nicht gerade im Tragetuch war. Auch ein Schlafplatz neben meinem Schreibtisch war praktisch. Aus diesen beiden Komponenten (Box + nachhaltige, sinnvolle Erstausstattungssachen) ist die Erstlingsbox entstanden. An Kleidung enthalten sind beispielsweise Mitwachsbodys, Socken, die nicht so leicht vom Fuß rutschen, Pulswärmer fürs Baby, die bis zum Schulalter getragen werden können. Der Bezug der Box kann später als Bettdeckenbezug genutzt werden. Dazu gibt es ein Booklet „Was Du alles nicht brauchst für Dein Baby“, in dem beschrieben wird, wo und warum man einige Sachen einsparen kann und worauf man besser achten sollte.

Die Nachfrage nach der Box war und ist groß. Um das Projekt finanzieren zu können, machte ich ein Crowdfunding und innerhalb eines Tages hatten wir die Fundingschwelle von 10.000 Euro erreicht und viele Boxen verkauft. Gerade stellen wir die nächste Auflage zusammen und lassen neue Boxen herstellen. Außerdem habe ich einige der beliebten Produkte in Geschenksets zusammengefasst, damit auch Familienangehörige und Freunde ganz bewusst schenken können. Nach und nach baue ich nun den Shop aus: Nach der Erstlingsbox und Kleidung habe ich ein eigenes Tragetuch bei Didymos anfertigen lassen, denn das Tragen ist so hilfreich im Alltag und unterstützt zugleich die Bindung. Später werden auch noch einige wenige Spielsachen aufgenommen – aber alles nach und nach, denn auch ich muss auf meine Ressourcen der Machbarkeit achten.

 

Was ist dein Lieblingsprodukt?

Ich hatte ja das Glück, für die Box die Sachen zusammenzustellen, die mir wirklich gefallen. Deswegen habe ich viele Lieblingsprodukte und in meinen Büchern steckt natürlich ganz viel Herzblut. Aber ich glaube, mein absolutes Lieblingsprodukt ist mein Tragetuch, das ich selbst entworfen habe. Das ist schon etwas sehr Besonderes gewesen, meine Zeichnung in ein Tuch umsetzen zu lassen. Das Muster darauf beinhaltet ein Baby, das in einer Hand gehalten wird in einem Herz (mein Logo, gestaltet von Jademond), eine stillende Mutter und eine tragende Mutter.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich und warum ist es für dich wichtig?

Nachhaltigkeit hat für mich auf verschiedenen Ebenen Bedeutung: Zum einen ist es natürlich wichtig für unsere Umwelt, unser Konsumverhalten zu überdenken und einzugrenzen in vielerlei Hinsicht. Als Elternteil möchte ich dies auch an meine Kinder weiter geben und ihnen vermitteln, dass Dinge nicht immer gleich weggeworfen werden müssen, sondern lange erhalten bleiben können, repariert werden können oder man von Anfang an Dinge auswählt, die so konzipiert sind, dass sie lange nutzbar sind oder die vielleicht auch in ihrer Funktion verwandelt werden können.

Ich denke auch, dass gerade als Elternteil Nachhaltigkeit besonders wichtig ist, weil sie uns lehrt, uns auf das Wesentlich zu schauen, uns zu fokussieren. Dadurch merken wir, was wir und unsere Kinder wirklich brauchen und was nicht. Wenn wir Dinge minimieren, haben wir mehr Raum für die Beziehung. Gerade bei Babys sieht man beispielsweise, dass sie gar keine besonderen Spielsachen brauchen, sondern primär mit ihren Bezugspersonen spielen wollen. Auch wollen sie viel lieber am Körper getragen werden und in der Nähe einer Bindungsperson sein, als in einer teuren Wiege, die sich selbst bewegt und Kindlieder spielt. Das reduzieren auf das Wesentliche bringt uns einander näher und unterstützt uns Eltern, die Bedürfnisse besser erkennen und beantworten zu können. Das wiederum ist wichtig für den Aufbau einer sicheren Bindung, die sich auch auf die Gesellschaft auswirkt…

 

Was assoziierst Du mit #wenigundwertvoll?

#wenigundwertvoll fast genau das alles zusammen: Wir brauchen wenig, können dadurch an manchen Punkten auch mehr auf Qualität als auf Quantität achten und haben das Wertvollste im Blick: die Beziehung.

 

GIVEAWAY

Susanne möchte gerne eines ihrer wunderschönen Tragetücher (Gr 6) an euch verlosen. Außerdem ihr Booklet „Was Du alles nicht brauchst für ein Baby“… Ich freue mich so darüber… denn wenn ich könnte, würde ich diese zwei Dinge glatt an jede mir bekannte Mutter verschenken: denn jede Mutter kann es gebrauchen und ach.. es sind so zauberschoene Dinge, die das Mutterherz so erfreuen. Oder? Wenn du an der Verlosung teilnehmen möchtest, hinterlasse doch bitte einen Kommentar bis zum 12.Juli 22.00Uhr unter diesem Artikel.

 

Wer gewonnen hat, geben wir hier im Kommentarbereich am 13. Juli bekannt, der Gewinner/in hat dann 7 Tage Zeit sich zu melden, andernfalls verfällt der Gewinn und das Los entscheidet neu. Die Teilnehmer müssen volljährig sein, eine Barauszahlung ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Wer hier kommentiert hat, kann auf den Instagram Profilen von Jule und Susanne (@fraumierau) jeweils noch ein Mal zusätzlich in den Lostopf hüpfen. (Falls du diese Chance nutzen möchtest, schreibe in deinen Kommentar hier auf dem Blog bitte deinen IG Namen! Danke!)

 

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