Vor einigen Wochen habe ich das Projekt #wenigerundwertvoll ins Leben gerufen. Und ihr habt gemerkt, dass es für mich ein Herzensprojekt ist. Ich habe viele Mails und Nachrichten von euch bekommen. Dabei ist mir aufgefallen, dass sich einige Fragen wiederholten oder ich hatte das Gefühl, dass die Antworten auch für andere interessant sein könnten. Darum habe ich hier einige aufgegriffen und euch noch ein bisschen mehr zu dem Projekt aufgeschrieben. Auch der kritischen Frage: „bekommst du dafür eigetlich Geld?“ stelle ich mich und gebe einen kleinen Ausblick auf weiter #Teamwenigerundwertvoll Mitglieder. Hier also eine erste Sammlung an Fragen von euch. Falls du auch eine Frage  hast, schreibe sie gerne in die Kommentare!

Was ist die Idee hinter dem Projekt?

Ganz kurz und knapp: das Projekt möchte zeigen, wie zauberschoen Nachhaltigkeit sein kann. Wie glücklich es in Bezug auf Kinderkram machen kann. Und vor allem, wie viele kleine und große Möglichkeiten es gibt, im Alltag sein Denken und Handeln zu verändern. Ohne sich in irgendeiner Weise schlecht zu fühlen und ganz nebenbei die Welt für uns selbst und unsere Kinder ein Stückchen besser zu machen.

Was bedeutet der Name #wenigerundwertvoll

Weniger und wertvoll statt viel und billig bezieht sich auf eine Entwicklung unserer Zeit, in der viele Kleidungsstücke aus billigen und schlechten Materialien lieblos (und unter katastrophalen Bedingungen) hergestellt werden. Diese Kleidungsstücke sind für den „einmaligen“ Gebrauch hergestellt und in der Anschaffung sehr günstig. Sie gehen schnell kaputt, verlieren die Form und werden darum nach kurzer Gebrauchsdauer weggeschmissen. Dann werden ebensolche Dinge wieder neu gekauft, mit denen dann genau dasselbe geschieht. Und immer so weiter. Es gibt ganze Kleidungsmarktketten, die genau auf diesen Kreislauf ausgelegt sind. Das schadet einerseits uns selbst: denn es kann unter Umständen gesundheitsgefährdend sein (durch die in der Kleidung steckenden Schadstoffe) und auch langfristig schadet es uns und allen nachfolgenden Generationen, denn der Umgang mit den Ressourcen ist verschwenderisch und das werden unsere Kinder und Kindeskinder zu spüren bekommen. Und andererseits schadet es vielen anderen Menschen, die durch dieses Konzept ausgebeutet werden.

Statt also viele und billige Kleidungsstücke und Spielzeuge für unsere Kinder zu kaufen, ist dies ein Appell daran, weniger zu kaufen und dafür auf die Qualität zu achten. Welche Qualitätsmaßstäbe das sind, kann ganz unterschiedlich sein. Aber im Idealfall sind sie wertvoll. Wertvoll für dich und deine Kinder selbst. Einfach, weil die Qualität der Materialien gut ist. Oder weil du dir sicher sein kannst, dass sie schadstofffrei sind. Oder weil sie ein Schatz vom Flohmarkt sind. Oder weil sie eine Geschichte erzählen. Wertvoll bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, dass es viel Geld kosten muss. Ganz im Gegenteil. Oft sind vielleicht die Dinge, die kaum einen finanziellen Wert haben, die wertvollsten.

Ist #wenigerundwertvoll nicht ein Projekt für Familien, die viel Geld zur Verfügung haben?

Im Gegenteil. Es ist für alle. Denn nachhaltiger Kinderkram ist für alle zugänglich, die den Zugang suchen und es umsetzen möchten. Ich bin überzeugt: durch einen nachhaltigen Umgang mit Kinderkram kann sogar richtig viel Geld gespart werden und vor allem Freude gewonnen werden! Hierüber wird auf jeden Fall noch ausführlicher berichtet, aber vorab schon einmal ein paar Stichpunkte: Flohmarktschätze sind oft für wenig Geld zu finden. Qualitativ hochwertige Dinge sind oft sehr viel länger verwendbar. So ist Wolle in der Anschaffung (manchmal) teurer als Baumwolle, dafür aber auch sehr viel robuster und strapazierfähiger. Holzspielzeug (und es gibt so schönes!) kann oft repariert werden. Plastikspielzeug oft nicht. Da rentiert sich der (eventuell) höhere Anschaffungspreis, da nicht ständig neues gekauft werden muss.

Bei uns gibt es einige Sachen, die diesem #wenigerundwertvoll-Gedanken nicht entsprechen. Was nun?

Das Projekt möchte nicht hauptsächlich aufzeigen, was alles schief läuft (auch wenn es nicht ganz ohne diesen Teil auskommt) und was bei euch zu finden ist, was nicht diesen Ansprüchen gerecht wird, sondern Möglichkeiten eröffnen, nach einem selbstbestimmten Maß in Zukunft etwas zu verändern. Hier wird nicht der Zeigefinger erhoben, sondern nach den zauberschoenen Veränderungsmöglichkeiten, die ganz individuell zu deiner Familie passen, gesucht.

Dies bedeutet auch, dass du nicht sofort anfangen musst sämtliche weniger nachhaltige Dinge aus dem Kinderzimmer zu verbannen (es sei denn, es scheint dir sinnvoll und wohltuend, dann fühl dich natürlich frei das zu tun), sondern vielmehr eine langsame und leise Veränderung herbeizuführen, die sich für alle richtig anfühlt. Denn wie schon weiter oben beschrieben, das Projekt möchte die zauberschoenen Seiten von Nachhaltigkeit aufzeigen und dir auf keinen Fall ein schlechtes Gefühl vermitteln. Es geht um dich und darum, dass du Freude und Glück in Bezug auf euren Kinderkram empfindest.

Sollte das Motto nicht auf alle Lebensbereiche übertragen werden? Warum bezieht sich das Projekt nur auf Kindersachen?

Natürlich ist das Motto #wenigerundwertvoll für alle Lebensbereiche sinnvoll und absolut zu empfehlen. Dieses Projekt bezieht sich im speziellen auf Kindersachen, weil es sich hier aus doppeltem und dreifachem Grund auszahlt. Und weil kleine Veränderungen so schnell umzusetzen sind und das Glück (gerade durch Kinderaugen) noch viel leichter greifbar ist.

Bekommst du Geld für das Projekt bzw. bezahlen dich die, die du in diesem Rahmen vorstellst?

Die Teilnehmer, also die kleinen Label und Geschäftsmodelle, bezahlen mir kein Geld. Ich habe sie gebeten sich zu überlegen, was sie mir für meine Mühe und Arbeit zukommen lassen möchten. Ich habe ihnen geschrieben: „Ich möchte von dir kein Geld. Weil es für mich viel kostbarere Entlohnung gibt. Die, die von Herzen kommt. Darum möchte ich dich einladen zu prüfen, was du als „Bezahlung“ für mich angemessen empfindest. Etwas, was du hergestellt hast, für meine Kinder? Für mich? Ein lieber Gruß oder Gedanke? Eine Tafel Schokolade oder etwas ganz anderes?“ Auch den Zeitpunkt lasse ich offen, gerne können sie die Zusammenarbeit abwarten und dann entscheiden, was sich richtig anfühlt.

Ich möchte erklären, warum ich mich für diesen Weg entschieden habe. Bei diesem Projekt möchte ich Menschen, die ihre Träume leben und das tun, was ihre Herzenstätigkeit ist, die Möglichkeit geben sich vorzustellen und bekannt zu machen. Viele von ihnen sind kleine Ein-Mann (oder Frau)-Betriebe, die keine großen Umsätze machen, sondern eher schauen müssen, wie sie Monat für Monat ihre Fixkosten decken. Ihnen für meine Herzensarbeit Geld zu berechnen, würde sich nicht richtig anfühlen. Doch sie haben etwas, was mir sehr, sehr wertvoll ist. Sie tun Dinge, die sie lieben. Viele von Ihnen „beschenken“ mich mit Dingen, die ich gar nicht mit Geld bezahlen könnte. Dinge, die sie gefertigt haben.

Wie kann ich mich an dem Projekt beteiligen und dem #Teamwenigerundwertvoll teilnehmen?

Du kannst über das Projekt erzählen. Du kannst uns daran teilhaben lassen, wie du Nachhaltigkeit lebst. Vielleicht magst du dich auch an die Challenge #wenigerundwertvoll wagen? Teile die zauberschoenen Seiten. In Bild und Wort. Im echten Leben und im digitalen. Nutze deine Kanäle – Facebook, Instagram, was auch immer. Teile die Blogbeiträge.

Aber vor allem: hab Freude an der Nachhaltigkeit!

Wenn du dich in Form eines Artikels  oder Interviews beteiligen möchtst, schreib mir gerne eine Mail (die Adresse findest du im Impressum).

Es gab schon tolle Artikel, Interviews, Gewinnspiele und DIY Anleitungen, magst du schon verraten, was da noch so kommt?

Klar, ein bisschen was kann ich ja schon mal erzählen… Bisher gab es ja ein kleines Püppchen zu gewinnen, einen Gutschein für einen Puppenkurs von Dukkah, ein Stoffwindelset von Windelinge, einen Shoppinggutschein von fux vintage, ein Ringsling aus dem haenschenklein Shop und eine Mütze von Wollleibchen zu gewinnen. Außerdem tolle DIY Anleitungen für ein Strickpüppchen und eine kleine Fingerpuppe.

Und so wird es eigentlich auch weitergehen… mit großartige DIY Anleitungen zum Beispiel. Unter anderem von Räubersachen, Fine und Josef oder Goldnuss. Außerdem wird es so wertvolle  Gewinnspiele geben: es wird ein Laufrad von Carelino, ein Tragetuch von Susanne Mirau, selbstgetrickte Kostbarkeiten von Goldnuss und Beaxxx, ein Pikler Dreieck von Klapperspecht, eine zaberschoene Hose von for schur und weitere tolle Sachen zu gewinnen geben. (Ich habe euch die Seiten von den Mitgliedern von #Teamwenigerundwertvoll schonmal verlinkt, damit ihr schon mal Vorfreude aufkommen lassen könnt J)

Außerdem möchte ich euch in einigen Artikeln auch noch etwas über meine persönlichen #wenigerundwertvoll Erfahrungen aufschreiben. Zum Beispiel: Tips zum Verkaufen auf dem Flohmarkt, einen Erfahrungsbericht zu einem #wenigerundwertvoll Kinderwagen, #wenigerundwertvoll Kindergeschenke… Also, falls ihr darauf Lust habt…

Und nun zu euch: habt ihr weitere Projektideen? Was würdet ihr gern lesen?

 

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