Ein großes Thema im ersten Lebensjahr ist für fast alle Eltern die Beikost. Also die Nahrung, die zur Milch dazu kommt. Und schon an dieser Stelle ist es wichtig ein paar Missverständnisse aufzuklären.
  1. Kinder im gesamten ersten Lebensjahr sind Säuglinge. Der Begriff kommt von „Saugen“ und der Duden definiert Säugling so:“ Kind, das noch an der Brust der Mutter oder mit der Flasche genährt wird“
  2. In diesem Sinne ist die Bei(!)kost ein Zusatzangebot zur Mutter- oder Säuglingsmilch und soll diese nicht sofort ersetzen
  3. Nach dem sechsten Lebensmonat steigt der Bedarf einiger Nährstoffe (Eisen, Vitamin B6, Zink, Phosphor, Magnesium und Kalzium). Dieser kann auf Dauer nicht vollkommen über (Mutter-)milch gedeckt werden. Jedem Kind sollte also ab dem 7. Lebensmonat täglich Beikost zusätzlich zur Milch angeboten werden.
  4. Frühester Zeitpunkt für Beikost ist nach dem vierten, also zu Beginn des 5. Lebensmonat.
Für viele Eltern ist der Beikoststart aufregend und sie machen sich im Vorfeld viele Gedanken. Natürlich wünschen wir uns alle, dass unsere Kinder ideal versorgt sind und wir den richtigen Moment nicht verpassen. Tatsächlich können sich alle Eltern gesunder, gut gedeihender Kinder entspannen:
  • Der ideale Zeitpunkt mit der Beikost zu beginnen ist dann, wenn das Kind bereit ist.
  • Es ist nicht notwendig sich an detaillierte Pläne, Zeiten und Vorgaben zu halten.
  • Kinder dürfen und sollten das essen, was ihnen schmeckt und so viel wie sie möchten, zu der Tageszeit zu der sie wollen.
  • Empfehlungen mit nur einem Lebensmittel zu starten und dann immer mehr dazu zu nehmen sind veraltet und überholt.
Eltern können völlig frei entscheiden, welche Nahrungsmittel sie ihren Kindern zu welcher Tageszeit anbieten. Und Kindern sollte die Freiheit zugesprochen werden, selbst zu entscheiden, ob und wieviel sie von diesem Angebot annehmen.
  • Auf folgende Zutaten sollte dabei im ersten Lebensjahr verzichtet werden:
    • Rohmilch
    • rohe Eier
    • Honig
    • Salz (im Kochwasser ist Salz erlaubt)
    • Salat (kann noch nicht gekaut werden)
    • unverarbeitete Nüsse, kleine Beeren (Gefahr des Verschluckens)
    • Zuckerzusätze (Maltose, Dextrose, Fructose, Maltodextrin, …)
    • Bindemittel und Geschmacksstoffe (bei Gläschenkost beachten)
    • Schokolade und Kakao. (Quelle: http://www.vonguteneltern.de/?p=151)
Die bekannteste Art der Beikost ist der Babybrei.
  • Der Brei kann selbst gekocht oder fertig zubereitet gekauft werden

Doch die Beikost muss nicht (ausschließlich) aus Brei bestehen. In den letzten Jahren hat sich auch in Deutschland das so genannte Baby led weaning (kurz blw) ausgebreitet.
  • Beim „baby-led weaning“ handelt es sich um eine Ernährungsform, bei der der Säugling den Übergang von der Muttermilch zur Familienernährung selbst steuert, indem er eigenständig mundgerechte Lebensmittelstückchen auswählt.
  • Praktisch bedeutet dies, dass das Kind sich aus einem vorbereiteten Angebot selbst aussucht was es essen möchte und, dass es selbstständig ißt.
  • Brei ist bei dieser Ernährungsform klassischer Weise kein Bestandteil der Beikost
  • Das Wichtigste ist aber, dass wir Eltern uns unsere Kinder anschauen und herausfinden welche Ernährung zu ihnen passt. Und mutig sind unseren Weg zu finden, auch wenn der vielleicht nicht mit oft publizieren Plänen übereinstimmt.

Denn Essen und Ernährung sollten zum Wohlergehen, Gesundheit und Glück beitragen. Und nicht Streß Und Ärger bedeuten. Weder für unsere Kinder noch für uns Eltern.

Teilen: