Auf meiner Mama-to-do-Liste steht der Punkt Babypflege. Ein wichtiger Punkt, den ich hier nochmal genauer beschreiben möchte. Denn so wie wir unser Kind pflegen, so begenen wir unserem Kind und können es unsere Liebe spüren lassen.

Weil ich mich noch so gut daran erinnere, wann ich mich das erste Mal ganz bewusst mit diesem Thema auseinander gesetzt habe, möchte ich euch davon erzählen.

Als ich zu Beginn meiner Selbstständigkeit als Hebamme meinen ersten Babypflegekurs vorbereitet habe, war ich ziemlich ratlos. Was sollte ich mehrere Stunden werdenden Eltern beibringen? Klar, wie man wickelt, ein Säugling anzieht und ihn badet. Da gibt es einige wenige Handgriffe, die wirklich nützlich sind. Um die zu „lehren“, brauche ich maximal 30 Minuten. Denn die meisten Handgriffe geschehen ganz intuitiv richtig. Man muss sie nicht lernen, nicht üben. Nun hatte ich den Kurs aber schon zugesagt und beschloss einfach ins kalte Wasser zu springen und mich von dem überraschen zu lassen, was die Teilnehmerin gerne wissen wollten. Zugegeben, das hätte auch ziemlich in die Hose gehen können. Ist es aber nicht. Denn es war ein inspirierender Nachmittag.

Begonnen haben wir mit den paar wirklich wichtigen sachlichen Grundlagen, die zur Babypflege wichtig sind. Damit waren wir ziemlich schnell durch. Und dann, dann wurde es richtig spannend. Schnell wurde nämlich klar, dass die Pflegesituation in den ersten Wochen und Monaten eine wunderbare Gelegenheit der Begegnung mit unserem Kind bietet. Denn Hand aufs Herz, in dieser ersten Zeit besteht der Alltag des Babys aus Schlafen, Trinken und gepflegt werden. Gemeinsames „Spiel“ oder erste Unterhaltungen kommen erst viel später. Während dem Schlafen und dem Trinken ist eine Kommunikation zwischen Eltern und Baby nur bedingt möglich. Also bleibt die Pflegesituation. Das Baby ist wach und im Idealfall ist sein Bedürfnis nach Schlaf und Trinken gerade erfüllt und es ist bereit die Welt wahr zu nehmen. Und es nimmt seine Welt nicht nur mit den Sinnen Hören und Sehen war, sondern ganz ausgeprägt auch über Berührungen und den Tastsinn. Und genau das machen wir ja, wenn wir unser Kind Pflegen. Berühren. Egal ob wir es wickeln, kleiden oder baden. Unsere Hände sind am Kind. Und diese Situation sollten wir ganz bewusst nutzen. Sie nicht nur als „notwendiges Übel“ sondern als Gelegenheit unserem Kind zu begegnen sehen.

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Klingt ganz schön theoretisch? Ist es gar nicht! Hier ein paar Ideen zur Umsetzung:

  1. Nimm dir Zeit. Eile dich nicht. Das ist wohl mit das Schwerste. Aber auch das Wichtigste. Nimm dir Zeit da zu sein.
  2. Deine Hände. Achte einmal ganz bewusst auf deine Hände. Und dann verlangsame deine Hände. Mach alles ganz langsam. Berühre dein Kind sanft und langsam. Aber mit Kraft. Durch unsere Berührung können wir unseren Kindern Halt und Sicherheit vermitteln. Denk daran, wenn du es berührst.
  3. Deine Worte. Sprich mit deinem Kind. Erkläre ihm alles, was du tust. Ja, auch dem ganz kleinen Baby. Es versteht dich nicht? Aber doch! „Ich werde dir jetzt die Hose ausziehen… und nun mache ich die Knöpfe auf… Schau, hier habe ich einen Waschlappen, ich werde dich nun Waschen…“ Natürlich versteht das Kind deine Worte nicht. Wohl aber deine Zuwendung. Dein Da-sein. Deine Liebe. Und die Sicherheit.

Versuch es doch einmal. Beim nächsten Wickeln vielleicht. Nur die drei Punkte. Zeit nehmen, auf die Hände achten und mit dem Kind sprechen.

Und wenn du dir vornimmst jetzt für eine Zeit ganz bewusst darauf zu achten, wird es schon ganz bald zur Gewohnheit und du machst deinem Kind damit ein großes Geschenk. Ein sehr großes Geschenk. Liebe, die dein Kind erfährt.

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Vielleicht magst du deine Gedanken zum Babypflegen mit uns teilen? Hast du es probiert einmal auf die drei Punkte zu achten? Fiel es dir schwer? Oder hast du es bisher auch so, rein intiutiv gemacht? Ich freue mich über dein Kommentar, Danke dafür!


Über das Recht auf achtsame Berührung kannst du auch hier noch einmal nachlesen.

Über Babykleidung habe ich vor einiger Zeit hier etwas geschrieben. Über Windeln hier und über die Babyausstattung hier. Viel Spaß beim Stöbern!

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