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Zwei kleine Kinder begegnen sich auf dem Spielplatz. Das eine Kind möchte den Gegenstand haben, mit dem das andere gerade spielt. Es fragt nicht, es nimmt sich was es haben will. Das andere Kind schaut verdutzt, versucht es sich wiederzuholen. Erfolglos. So nimmt es sich einen anderen Gegenstand und spielt friedlich weiter.

Eine Szene die so oder so ähnlich immer wieder zu beobachten ist. Was haben die Mütter eigentlich getan als ihre Kinder in „Konflikt“ gerieten? Sie haben beobachtet. Sie haben nicht eingegriffen. Sie haben nicht gestört.

Es war nicht nötig einzugreifen. Denn die Kinder sind absolut in der Lage selbst miteinander die Dinge zu klären. Manchmal ist ganz eindeutig, dass ein Kind dem anderen in Kraft oder Willenskraft überlegen ist. Und das ist okay. Denn so ist das Leben. Manchmal möchten wir etwas haben, was wir nicht bekommen können. Manchmal möchten wir etwas nicht hergeben. Manchmal teilen wir gerne und manchmal ist es auch einfach okay wenn uns etwas genommen wird.

In diesen Begegnungen mit anderen Kindern können unsere Kinder erste soziale Erfahrungen sammeln. Was passiert, wenn ich nicht hergebe, was jemand anderes will?Und was, wenn ich mir zurückhole was mir gehört?

Es sind wertvolle Erfahrungen, die wir unseren Kindern zugestehen sollten. Die wir unseren Kindern zugestehen müssen, wenn wir möchten, dass sie sich zu sozialen Wesen entwickeln. Wenn wir uns wünschen, dass Akzeptanz, Respekt und Empathie für sie zum Leben dazugehören.

Es hilft ihnen nicht, wenn wir diesen wichtigen Teil des sozialen Miteinander für sie „übernehmen“. Störende Einwürfe unserer Seite wie: „Tom, das gehört nicht dir, gib es dem Jungen zurück!“ Oder „Lisa, hol dir den Ball zurück, das Mädchen hat ihn dir einfach weg genommen!“ sollten wir gänzlich sein lassen.

Stören wir die Kinder nicht! Geben wir ihnen die wertvolle Möglichkeit der Selbsterfahrung! Beobachten wir sie gut und genießen die Freude zu sehen, wie wunderbar unsere Kinder in diesen Situationen allein zurecht kommen.

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